Kontext
Der Journalismus verändert sich
Heute ist es jedem Nutzer des Internets möglich ohne allzu grossen Aufwand zu publizieren, also als Kommunikator in einem eigenen oder einem fremden Angebot aufzutreten. Somit lässt sich feststellen, dass sich die öffentliche Kommunikation von einer linearen und einseitigen zu einer partizipativen, netzartigen und interaktiven Kommunikation verändert. Angesichts der erweiterten Partizipation verliert der Journalismus sein Gatekeeper-Monopol in der Internetöffentlichkeit.
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Der professionellen Journalismus muss sich diesen neuen Umständen anpassen und wird sich in Zukunft eher als Gatewatcher, d.h. Orientierung über bereits Publiziertes, Organisation, Selektion und Moderation der öffentlichen Kommunkation, positionieren müssen. Diese Veränderungen der Nachrichtenvermittlung haben auf der Seite der Nutzer Vor- und Nachteile.Der Vorteil ist die Vielfalt der Informationen und die sich daraus ergebende Wahlfreiheit. Der Nachteil ist die quantitative Überforderung(Informationsflut) .Um nun diese Veränderungen genauer zu verstehen müssen zuerst die Rollen differenziert werden. Danach sollen die möglichen Beziehungsdimensionen zwischen den Rollen aufgezeigt werden.
Rollendifferenzierung
Früher waren die Rollen klar definiert: Journalisten recherchierten zum Thema, schrieben Texte und publizierten diese. Auf der anderen Seite war ein ‘schweigendes’ Massenpublikum anzutreffen, dass die Informationen absorbierte. In Zeiten von Google haben beide Seiten, also Anbieter und Nutzer, Zugang zum gleichen Wissen und stehen sozusagen auf gleicher Augenhöhe miteinander. Zudem können Nutzer als Laienpublizisten selbst Inhalte generieren und diese in der Blogosphäre verbreiten. Den professionellen Journalismus dadurch als tot zu erklären wäre jedoch falsch. Gerade wegen der Informationsflut muss es auch in Zukunft Instanzen geben, die diese Flut kanalisiert, Information auf ihre Qualität hin überprüft und selektiert(Gatewatcher)..
Beziehungsdimensionen
- Professionell-redaktioneller Journalismus
- Partizipative Vermittlungsstruktur -> Blogs, WikiNews, Digg, etc.
- Technisch gesteuerte Vermittlungsstruktur -> GoogleNews, Kollaboratives Filtern(Amazon) -> Software-Agenten, etc.
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Komplementarität von Profession und Partizipation
Laienkommunikatoren wie Blogger können Komplementärrollen zu professionellen Journalisten einnehmen: Sie können als Quelle oder Rezipient fungieren. Im ersten Fall recherchieren Redaktionen in Blogs und übernehmen von dort Themen, Informationen und Meinungen. Im zweiten Fall greifen Blogger journalistische Themen, Informationen und Meinungen auf. In den Blogs findet die Anschlusskommunikation des Publikums statt. Blogs sind ein Resonanzraum der Massenmedien.
Komplementarität von Profession und Technik
Journalisten recherchieren mithilfe von Nachrichten-Suchmaschinen, überschauen die Thematisierung im Tagesgeschehen und beobachten darüber ihre Konkurrenten. Andererseits werten die Nachrichten-Suchmaschinen den Inhalt journalistischer Websites aus und leiten diesen ‘Traffic’ zu.
Integration
Hybridangebote integrieren professionelle, partizipative und technisch gestützte Kommunikation. Beispiel: Nutzerbeteiligung im professionellen Journalismus.
- Nutzer haben die Gelegenheit, sich am redaktionellen Produktionsprozess zu beteiligen.
- Redaktion organisiert und moderiert die öffentliche Kommunikation der Nutzer.
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